Leseproben


Glimmernächte
Ein Glimmen in der Nacht,
ein Geheimnis hinter Masken,
eine Liebe, die alles überwindet.

Durch die Heirat ihrer Mutter mit dem Grafen Frederik von Raben zieht Pippa in ein prächtiges Schloss nach Dänemark. Doch ihre neue Familie birgt ein Geheimnis, das immer mehr Besitz von Pippa ergreift. Seltsame Dinge geschehen und bald weiß sie nicht mehr, was real ist und was nicht. Bei einem Ball begegnet Pippa ihrem verwirrend attraktiven Stiefbruder Niels. Beide kommen sich schnell näher, doch auch Niels scheint nicht ganz ehrlich zu sein. Als Pippa klar wird, welche Mächte in Schloss Ravensholm lauern, muss sie alles aufs Spiel setzen, um die zu retten, die sie liebt …



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Kurz nach dem Tod ihrer Mutter erhält Emma von einem unbekannten Absender eine alte Schwarz-Weiß-Fotografie, die ein Kleinkind zeigt.
Dem Foto beigefügt ist die rätselhafte Aufforderung, die Mörder ihrer Mutter zu suchen.
Angeblich soll Emma die Täter in einem Jugendcamp finden, das in einem abgelegenen Schloss in den Bergen stattfindet.
Dort stößt sie immer wieder auf unheimliche Fotografien aus der Vergangenheit des Schlosses.
Und auch in der Gegenwart häufen sich die mysteriösen Zwischenfälle …

 

Kapitel 1

Es ist so still hier.

Die Blätter der gewaltigen Buchen hängen schlapp an den Bäumen, weder zwitschert ein Vogel, noch summt auch nur eine einzige Mücke in der Hitze. Nur mein unnatürlich lautes Keuchen ist zu hören, während ich so schnell wie möglich über den mit Steinen und Wurzeln durchsetzten Waldboden bergaufwärts laufe. Kein Schmetterling ist zu sehen, keine Blume, nicht mal ein Käfer, nur Erde.

Ich hasse Sport und ich hasse die Berge. Aber am meisten hasse ich mich selbst und das, was passiert ist, und genau deshalb muss ich das hier tun. Hoch, immer weiter hoch, bis hinauf zum Jagdschloss, wo ich hoffentlich Antworten finden werde. Ständig habe ich das Gefühl, jemand würde mir folgen, aber jedes Mal, wenn ich mich umdrehe, ist da niemand und jetzt, als ich aus dem Wald hinaustrete und auf ein steiniges Geröllfeld sehe, gibt es auch nichts, wohinter man sich verbergen könnte. Hirngespinste also, nichts als Einbildungen, und vor denen muss ich mich hüten, wenn ich wirklich etwas herausfinden will.

Ich beiße die Zähne zusammen, ignoriere den Rucksack, der mit jedem Kilometer schwerer auf meinem schweißnassen Rücken lastet, ich ignoriere die Blasen, die sich an meinen Füßen gebildet haben, und ganz sicher ignoriere ich den inneren Schweinehund, der mich ständig in Versuchung führen will, auszuruhen, in das dunkle Tal hinunterzustarren und loszuheulen. Ich habe genug geweint, nun muss ich wissen, was hier gespielt wird.

Stunde um Stunde kämpfe ich mich bergauf und dann wieder bergab durch eine Schlucht hindurch und von Neuem hoch zu meinem Ziel. Nur selten bietet ein Waldstück Schatten, meist laufe ich durch Geröllwüsten, bis ich endlich den Gipfel vor mir sehe. Der Weg mündet in einem schmalen Felsengrat, der von Überhängen und Steinbrocken gesäumt ist.

Zu meiner Rechten geht es steil bergab. Die Sonne steht schon tief und bringt die graublauen Adern in den Felsen zum Leuchten. Ich bleibe für einen Moment stehen, um kurz durchzuatmen. In diesem Moment sehe ich das erste lebendige Wesen, seit ich vom Tal aufgebrochen bin. Ein Adler kreist über dem Abgrund und setzt zu einem Sturzflug an. Gleich darauf kracht es plötzlich über mir. Ich springe instinktiv nach links und kann mich gerade noch vor den Steinen in Sicherheit bringen, die von der Felskante über mir herunterprasseln.

Fassungslos beobachte ich, wie einige der dicken Brocken tief ins Tal hinabstürzen. Mein Herz rast.

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